Kategorie: Marketing-Wissen

  • Wann ist ein Onepager die richtige Wahl? Alles über Vor- und Nachteile des Webseiten-Trends

    Der Webauftritt für alle, die es schlank mögen: Das kennzeichnet den Onepager

    Wie der Name erahnen lässt, passt der Onepager auf eine einzige URL – Impressum und Datenschutz nicht mitgezählt. Dabei ist Onepager die Abkürzung für den etwas sperrigen Begriff „Onepage-Website“, auch bekannt unter dem Synonym „Single Page“.

    Der User scrollt sich also lediglich durch eine einzige Seite von oben nach unten durch und findet hier  ohne lästige Klickerei auf Unterseiten alle wichtigen Informationen in kompakter Form. Für den Leser klingt das alles erstmal ungemein praktisch. Aber in welchen Fällen macht dieses Seitenformat tatsächlich Sinn?

    Von Nutzerführung bis zum responsiven Design: Was schafft der smarte Kompaktauftritt?

    Unkompliziertes Scrollen und ein ungestörter Lesefluss sind die größten Vorteile der Single Page gegenüber einer traditionell aufgebauten Website. Auch am anderen Ende profitieren wir als Anbieter vom Aufbau der Seite, die den Besucher geradlinig hin zum eigentlichen Ziel führt: der Kontaktaufnahme oder dem Kauf. In der Marketingsprache nennt man das auch „Conversion“. Die Seitenstruktur macht es uns leicht, den Nutzer Schritt für Schritt in die gewünschte Richtung zu lotsen.

    Das Conversion-Modell im Schema

    Da eine komplexe Navigation wegfällt, kann die Seite auch einfacher für mobile Endgeräte optimiert werden. Das ist heutzutage ganz besonders entscheidend, denn die längste Zeit surfen Nutzer heutzutage tatsächlich bereits am Smartphone – und nicht vor dem Desktop-PC.

    Das leidige SEO-Problem: Woran das Schmalspur-Konzept scheitert

    Sobald die Seite verschiedene Themen und/oder Produkte abdecken soll, stößt der Onepager an seine Grenzen: Zum einen kommt es ab einer gewissen Seitenlänge zu nutzerunfreundlichen Ladezeiten. Zum anderen wird das Ranking negativ beeinflusst: Die auf einer einzigen URL gedrängte Themenvielfalt macht es Google schwer, die Seite einzuordnen. Klassische Suchmaschinen-Optimierung mit passgenauen Keywords ist nicht mehr möglich. Die Folge: Die vorderen Plätze der Ergebnislisten bleiben auf diese Weise unerreichbar. Man muss mit kostenintensiven Maßnahmen wie Google Ads nachhelfen.

    Wo liege ich mit einem Onepager richtig? Beispiele aus der Praxis

    Damit der Onepager seine Stärken ausspielen kann, sollte sich die Seite auf ein Thema fokussieren, das in angemessener Kürze dargestellt werden kann. Ein bestimmtes Produkt oder eine Dienstleistung können ebenfalls im Mittelpunkt stehen.

    Die Solo-Seite eignet sich also perfekt als Landingpage, die auf einen größeren Auftritt weiterverweisen kann:

    Für den Elektrotechniker Stengel aus Durlach haben wir einen Onepager zu einer besonderen Dienstleistung erstellt. Seine Spezialität sind Wallbox-Installationen für Elektrofahrzeuge. Darauf aufbauend entstand eine Seite mit Hintergrundinformationen und Fördermöglichkeiten zum Thema E-Mobilität im Raum Karlsruhe. Am Ende wird der User auf den Webauftritt von Martin Stengel bzw. dessen Kontaktformular weitergeleitet.

    Ausschnitt aus der Webseite Elektromobilität Karlsruhe

    Ein Beispiel für den kompakten Kurzauftritt eines Unternehmens ist unser Onepager zur Erhardt-Betontankstelle:

    Die Seite betontankstelle-ka.de stellt die Funktionsweise der Anlage vor, liefert Informationen zu den Vorteilen von Frischbeton to go und gibt wichtige Hinweise zu Transport und Verarbeitung des Baustoffes. In Kurzform erhalten Interessenten damit den nötigen Input, um sich endgültig für den Besuch der Betontankstelle zu entscheiden und gleichzeitig optimal vorbereitet zu fühlen.

    Ausschnitt aus der Webseite erhardt Betontankstelle

    Interessant ist ein Onepager auch für Freelancer, wenn sie sich auf eine bestimmte Dienstleistung konzentrieren oder wenn ihnen das Ranking nicht so wichtig ist und die Seite eher als digitale Visitenkarte betrachtet wird.

    Einfacher geht’s kaum? Darum ist ein richtig guter Onepager eine besondere Herausforderung

    Auf den ersten Blick scheint es, als sei der Onepager eine simple Sache. Doch das täuscht. Botschaften und Informationen müssen für diesen Webseiten-Typ stark komprimiert werden. Kurz und knackig formulieren ist eine Kunst. Bestimmte Layout-Kniffe wie aufklappbare Listen oder Galerien zum Durchklicken helfen, dem Platzmangel entgegenzuwirken. Außerdem müssen die Leser:innen über die gesamte Seitenlänge hinweg bei der Stange gehalten werden. Das funktioniert mit einem ausgefeilten Storytelling und sollte schließlich dazu führen, dass die Menschen zum Telefonhörer greifen oder eine Bestellung tätigen – was auch immer als Ziel der Seite verfolgt wird. Text und Bildsprache müssen also ineinander greifen und für die gelungene Single Page von Anfang bis Ende perfekt sitzen.

    Wer sich jetzt für die schlanke Trendwebsite begeistern kann, dem helfe ich gerne weiter, mit Tipps zum sinnvollen Aufbau und Texten, die auf ganzer Linie Überzeugungsarbeit leisten!

  • Corporate Blogging – Das Unternehmen schreibt die besten Geschichten

    Social Media für Unternehmen: Auf der zeitfressenden Jagd nach den begehrten Likes

    Haben Sie sich auch schon einmal auf TikTok vor der Kamera verrenkt? Einen Shitstorm ausgesessen? Oder versucht, im Dauerfeuer der Stories auf Instagram mitzuhalten? Immer ganz vorne mit dabei zu sein, hippe Videos zu produzieren und den neuesten Trends hinterherzulaufen kann ganz schön aufreibend und ressourcenintensiv werden. Wer mit Leib und Seele postet und kreiert, kann auch hier als Unternehmen dicke Pluspunkte einfahren. Aber eine halbherzige Social-Media-Präsenz „weil das halt dazugehört“ bringt keinen echten Mehrwert. Leichter in der Handhabung, weniger zeitaufwendig und garantiert erfolgsversprechend ist etwas anderes: Die regelmäßige Pflege eines firmeneigenen Blogs.

    Überschaubarer Aufwand – hohe Nachhaltigkeit: Warum sich Corporate Blogging immer auszahlt

    „Ein Blog? Das ist doch Schnee von gestern!“ So denkt jetzt sicher der eine oder andere. Tatsächlich aber lesen 21% der Deutschen regelmäßig Blogs während gerade einmal 12% der Unternehmen die Möglichkeiten nutzen, die dieses Marketinginstrument ihnen bietet.

    Ein gut geführter und lebendiger Firmenblog bringt Vorteile auf gleich mehreren Ebenen:

    • Expertise beweisen: Mit speziellem Wissen können Sie sich profilieren und zeigen, was Sie von den Wettbewerbern abhebt. Wer sind Sie und wo liegen Ihre besonderen Stärken?
    • Ein Unternehmen zum Anfassen sein: Werte vermitteln Sie authentisch, indem Sie Einblicke in Ihren Firmenalltag und Ihre Art zu Arbeiten ermöglichen. Damit bieten Sie Kunden, Geschäftspartnern und auch den eigenen Mitarbeitern eine Identifikationsmöglichkeit
    • Bewerber überzeugen: Jeder Bewerber oder angehende Azubi wird sich Ihre Webseite ansehen. Ein Firmenblog ermöglicht es, bereits vorab zu kommunizieren, wie man bei Ihnen arbeitet und was Ihnen wichtig ist. Das erzeugt Sympathien und räumt schon im Vorfeld mit falschen Vorstellungen auf
    • Ihre Online-Sichtbarkeit erhöhen: Regelmäßige Beiträge auf der Firmenseite signalisieren Google und Co., dass Ihre Webpräsenz immer gut gepflegt und auf dem neuesten Stand ist. Das resultiert in besseren Rankings

    Und was sind nun die Vorteile eines Blogs gegenüber anderen Plattformen wie Facebook und Co.?

    Tatsächlich bleibt der Aufwand für regelmäßiges Bloggen im Vergleich mit dem Content-Hunger der Sozialen Medien überschaubar. Blogging bietet großzügige Zeitfenster. Es muss nicht jeden Tag mehrmals etwas Neues her. So sind ein bis zwei substantielle Beiträge im Monat völlig ausreichend, wenn sie zuverlässig erscheinen. Videos sind nice-to-have, müssen aber nicht unbedingt sein. Fotos können zum Teil auch von kostenlosen Stockplattformen bezogen werden. Und der Moderationsbedarf in der Kommentarspalte hält sich zumeist in Grenzen. Doch das ist noch längst nicht alles:

    • Volle Kontrolle: Auf dem firmeneigenen Blog redet Ihnen niemand rein. Die Inhalte bleiben Ihr geistiges Eigentum und unterliegen keinerlei externen Bestimmungen
    • Langlebigkeit: Während Inhalte auf anderen Plattformen verloren gehen, sobald Sie sich abmelden, Accounts gesperrt werden, Funktionen entfallen oder gar das ganze Netzwerk eingestellt wird, bestimmen Sie alleine, wie lange was online bleibt
    • Eine treue Leserschaft, die ehrlich an Ihrem Input interessiert ist: In den sozialen Medien dreht sich vieles um Likes und Follower. Wie du mir, so ich dir, lautet oft das Prinzip: Likes werden als Gegenleistung verteilt, auch wenn eigentlich kein weitergehendes Interesse besteht. Wer hingegen bei Ihnen auf dem Blog mitliest, den haben Sie wirklich überzeugt!

    Ein paar hilfreiche Tipps zum Schluss: Die Dos und Dont’s beim Corporate Blogging

    Sie haben gleich Lust bekommen, Ihren ersten firmeneigenen Blog mit Leben zu füllen? Wunderbar! Hier finden Sie einige Hinweise, die Ihnen helfen, typische Fallstricke zu vermeiden.

    Inhaltlich:

    • Quantität vor Qualität: Auf einem Blog sind die Ansprüche höher. Daher lieber ein gut informierter Beitrag anstelle von drei Meldungen über Belanglosigkeiten
    • Nicht zu viel Eigenwerbung: Übermäßig Lobhudelei vertreibt Leser:innen, denn sie besitzt keinerlei Mehrwert für diese. Bieten Sie lieber hilfreiche Kostproben von Ihrem Spezialwissen an
    • Ehrlich währt am längsten: Bleiben Sie authentisch! So darf der potentielle Gartenbau-Azubi ruhig merken, dass es in seinem Traumjob nicht nur ums Blümchen pflanzen geht 😉
    • Persönlichkeit zeigen: Wer sind Sie und für welche Werte steht Ihr Unternehmen? Mit einer klaren Haltung sammeln Sie Sympathiepunkte
    • Lebendig erzählen: Mit etwas Übung wird auch aus einem scheinbar drögen Thema eine spannende Geschichte

    Formal:

    • Leserlich bleiben: Achten Sie auf die Schriftgröße, genügend Absätze und aussagekräftige Zwischenüberschriften. Fachbegriffe sollten gut verständlich erläutert werden, wenn Sie Ihre Leserschaft breit halten möchten
    • Dem Fehlerteufel zu Leibe rücken: Ein seriöser Blog sollte groben Schreibfehlern großzügig aus dem Weg gehen. Hier geht es schließlich um das Image Ihres Unternehmens
    • Die Metadaten-Sektion kennen und gewissenhaft pflegen: In der Regel können Sie Textauszüge für die Google-Suchanzeige selbst festlegen. Nutzen Sie das, um potentielle Leser:innen zum Anklicken zu verführen
    • Die Macht der Bilder nutzen: Eine reine Textwand erschlägt. In jeden Beitrag gehören passende Bilder, die Ihre Aussagen unterstreichen. Das können auch kostenlose Stockfotos sein, wenn die Rechte geklärt sind und die Abbildungen ins Konzept passen
    • Suchmaschinenfreundlich für bessere Sichtbarkeit: Ein gut strukturierter Text (siehe Punkt 1), der die richtigen Schlüsselwörter zum Thema enthält, wird auch von Google und Co. positiv gesehen und landet im Ranking hoch oben

    Sie finden niemanden im Unternehmen, der Lust hat, zu schreiben? Ihnen fehlt es noch an zündenden Ideen, worüber Sie eigentlich bloggen könnten? Gerne unterstütze ich Sie beim Thema Corporate Blogging, sowohl beratend, als auch mit der Erstellung guter, lesenswerter Beiträge. Ich freue mich auf Ihre Nachricht!

    Referenzprojekt: Aktuelles bei erhardt Galabau (bis Februar 2022)

  • Webinar »Amazon SEO & Advertising« (15.09.2020)

    Buchhändler und Amazon – das ist so etwas wie eine Erbfeindschaft, die man bereits mit dem ersten Tag der Ausbildung aufgesogen und verinnerlicht hat. Bei aller berechtigter Kritik führt für die Verlage an diesem Giganten allerdings schlicht kaum noch ein Weg vorbei, wenn es um den Absatz von Titeln und deren Auffindbarkeit im Web geht. Ins Webinar zum Thema »Amazon SEO« startete die Referentin Mareike Schubert von der Agentur »medialike« folgerichtig mit einigen überzeugenden Argumenten, warum dieses Thema so große Relevanz besitzt.

    Viele Wege führen nach Amazonien …

    Gerade bei Produkten stellt man fest, dass die Kunden immer häufiger statt mit der klassischen Google-Suche – auf die auch die klassischen SEO-Maßnahmen abzielen – ihre Recherche direkt auf der Seite von Amazon starten. Das Portal wird also zunehmend zur Informationsquelle, denn es hält eine nahezu vollständige Palette an unterschiedlichsten Produkten bereit und punktet mit ausführlichen und persönlichen Bewertungen. All das gilt natürlich auch für Bücher – ob neu oder antiquarisch, national oder international – und das entsprechende Begleitsortiment. Bequemlichkeit ist eben Trumpf …

    Was genau bedeutet »Amazon SEO« eigentlich?

    Analog zum klassischen SEO, das sich auf die Verbesserung des Rankings und der Sichtbarkeit in den Suchergebnissen von Google konzentriert, geht es hier darum, die Sichtbarkeit der eigenen Produkte auf der Plattform des Onlinehändlers zu erhöhen. Entscheidend ist hierbei, wie man die Produkte adäquat beschreibt und mit den vom Kunden tatsächlich bei der Suche eingegebenen Schlagworten ausstattet – den sogenannten Keywords. Darüber hinaus bietet Amazon natürlich auch Werbemöglichkeiten wie Sponsored Brands, den eigenen Amazon-Store oder den A+ Content. Einfach und kostengünstig lässt sich die Optimierung aber bei den Metadaten starten.

    Amazon SEO – wo lohnt sich das eher nicht?

    Im Laufe der Forumsdiskussion kristallisierte sich schnell ein Haken für die Verlage heraus: Belletristik dient dem Kunden nicht als »Problemlösungsprodukt«. Bücher sind eben doch nicht dasselbe wie Toaster … Anders als beispielsweise Ratgeber oder Fachliteratur, die vom Kunden zu ganz bestimmten, eng definierten Themen gesucht wird, sind Romane klassische Stöberprodukte mit großer Konkurrenz. Viele Kunden gehen hier allenfalls mit vagen Suchkriterien ran (»blutiger Thriller«, »Liebesschnulze« …). Um aus der Masse rauszustechen, bedarf es hier weiterer Maßnahmen als »lediglich« einer guten Keywordstrategie. Die Verschlagwortung bleibt aber immer wichtig, um in den entsprechenden Kategorien der Onlineshops und -kataloge überhaupt an passender Stelle gelistet zu werden (z. B. bei Kinderbüchern für bestimmte Alterskategorien).

    Metadaten – ein Fall für Spezialisten

    Mareike Schubert merkte früh an, dass die Arbeit an Metadaten am besten in den Händen von Marketingexperten aufgehoben sei. Anstelle des oft üblichen Prozedere, erst Titel und Vorschautext festzulegen, um sich dann anschließend um die Verschlagwortung zu kümmern, rät sie zum umgekehrten Weg: Die Keywordrecherche sollte an erste Stelle rücken und alles Weitere hierauf aufbauen. Übrigens: Gute Keywords garantieren wiederum auch bei anderen Online-Händlern und in den Warenwirtschaftssystemen der Buchhandlungen gute Auffindbarkeit.

    Wichtige Tipps für die Entwicklung von Keywords:

    • Immer vom Kunden her denken: Welche Probleme löst mein Produkt? Welche Wünsche treiben meinen Kunden an? Wie wird er seine Suche formulieren?
    • Keyword-Spamming mit Begriffen, die NICHT zu meinem Produkt passen, ist absolut überflüssig und sogar schädlich. Das Produkt soll ja nicht nur oft aufgerufen werden, sondern vor allem überzeugen und gekauft werden.
    • Daher sollte man inhaltlich treffende und präzise Keywords bevorzugen.
    • Es dürfen am Ende ruhig 20 bis 30 Keywords sein.
    • Die relevantesten Keywords sollten überall eingebracht werden: Titel, Untertitel, Produktbeschreibung und Schlagworte.
    • Amazon erlaubt sehr lange Titelzeilen. Das darf man ausnutzen, indem man bereits im Titel eine Art knappe Produktbeschreibung unterbringt, die dem Kunden alle relevanten Informationen bietet.

    Fazit: Hier wurde ein aufschlussreicher erster Einstieg ins Thema »Amazon SEO & Advertising«, mit all seinen Möglichkeiten und Grenzen, geboten. Vielen Dank an Referentin Mareike Schubert, Moderator Kai-Uwe Vogt und den Marketing- und Verlagsservice des Buchhandels!

  • Überzeugende Pressemitteilungen schreiben – Weiterbildung mit Praxisbezug

    Am vergangenen Wochenende ging es auf in den Kölner MediaPark, zu einer Fortbildung des VSB-Bildungswerks. Die Journalistin Bärbel Broer weihte unsere kleine Gruppe in die hohe Kunst der Pressemitteilung ein. Und was soll ich sagen: Der Weg an den Rhein hat sich zu 100 % gelohnt!

    Die ideale Pressemitteilung – praxisnah erarbeitet

    Seminare in Corona-Zeiten sind ja so eine Sache. Doch der VSB hat hier einen guten Job gemacht und uns mit individuell bereitgestellten Getränken, kleinen Snacks und Give-aways versorgt. Der Vorteil an der überschaubaren Gruppe: Wir konnten besonders intensiv am Thema arbeiten.

    Hier gab es keine ellenlangen Vorträge. Anhand zahlreicher Beispiele sollten wir zunächst aktuelle Pressemitteilungen bewerten und lernten so alles über Aufbau, Inhalte, Dos und Don’ts, gelungene und weniger gelungene Strategien.

    Keine Pressemitteilung für die „Ablage P“ …

    Mit Sichtung der Mitteilungen schlüpften wir in die Rolle der Journalisten, die täglich dutzende Meldungen überfliegen und mit großer Schnelligkeit auf Relevanz überprüfen müssen. Somit wurde rasch klar, worauf es tatsächlich ankommt, damit die Pressemitteilung eine Chance hat, Verwendung zu finden:

    • Ein interessanter Einstieg, der Lust auf mehr macht und den Inhalt treffend zusammenfasst
    • Die Beantwortung der W-Fragen, möglichst im ersten Absatz (Wer? Was? Wann? Wo? Warum?)
    • Eine gute und klare Strukturierung
    • Einfacher, leserfreundlicher und lebendiger Stil, gerne auch mit Zitaten
    • Weiterführende relevante Informationen (z. B. zu Ansprechpartnern, zur eigenen Institution und den Hintergründen der Meldung)

    … und wie klappt’s mit der Umsetzung?

    Anschließend durften wir selbst in die Tasten hauen und zwei unterschiedliche Pressemitteilungen verfassen, die wir gemeinsam besprochen haben. Individuelle Stärken und Schwächen wurden analysiert und das neue Wissen vertieft.

    Aus dem Teilnehmerkreis gab es gute Rückmeldungen: Man merke meinen Texten richtig an, dass das Schreiben sowohl Beruf als auch Berufung sei. Das hört man natürlich gerne … 😊 Trotzdem konnte ich noch einige wertvolle Anregungen mitnehmen, um das Ergebnis zu optimieren.

    Perspektivwechsel und viel Wissenswertes

    Richtig spannend war die journalistische Perspektive, die Frau Broer aus ihrer langjährigen Erfahrung mit einbrachte. Auch über das ganz spezielle Verhältnis zwischen PR-Menschen und Medienvertretern konnte sie viel berichten.

    Neben zahlreichen Tipps zum besseren Schreiben erhielten wir noch wichtige Informationen zum Thema Presseverteiler. Die Einrichtung eines solchen Verteilers sollte mit größter Sorgfalt geschehen, denn hier geht, wie so oft, Qualität vor Quantität.


    Fazit: Pressemitteilung? Yes, I can!

    Nach dem Seminar fühle ich mich definitiv gerüstet für den Umgang mit dieser speziellen Textgattung. Besonders der hohe Praxisbezug hat es mir angetan. Ein großes Dankeschön an Bärbel Broer und den VSB für einen lehr- und inhaltsreichen Seminartag!

  • SEO-Texte oder: Wie du Google für deine Worte erwärmst …

    8:45 Uhr an einem schönen Sommermorgen, die Sonne brennt kräftig auf das Dachgeschoss im ansprechend renovierten Alten Schlachthof Nr. 47. Die Laptops sind aufgestellt und die Luft ist bereits jetzt erfüllt vom eifrigen Tastengeklapper der Schulungsteilnehmer. Auch ich gebe schonmal das einprägsame Passwort für das Gäste-WLAN ein und reserviere mir einen der leckeren Orangensäfte. Denn das Versprechen auf eine anständige Backofenatmosphäre liegt wortwörtlich in der Luft. Gleich soll er beginnen, der Workshop zum Thema Suchmaschinenoptimierung (SEO), organisiert von den Netzstrategen und der City Initiative Karlsruhe …

    Jetzt aber schleunigst eine Zwischenüberschrift (NICHT die H1!), mit Keyword! (SEO-Texte, SEO-Texte …)

    So viel kann man sagen: Nach dem Schulungstag habe ich Webseitentexte mit anderen Augen gesehen. Und es war eine äußerst lohnende Erfahrung. Wir haben Einblicke erhalten in die Welt der Mechanismen, mit denen die Suchmaschinen Webseiten prüfen und nach Relevanz, Glaubwürdigkeit etc. beurteilen. Denn vereinfacht gesagt:

    Die Suchmaschinenoptimierung (SEO) beinhaltet alle Maßnahmen, die dazu dienen, Webseiten im Suchmaschinenranking in den unbezahlten Suchergebnissen eine höhere Platzierung zu sichern.

    Google Ranking SEO-Texte
    Quelle: Pixabay.com

    Recht schnell wurde klar, dass es nicht alleine auf die Texte ankommt, damit Google und Co. die Webseite mit einem hohen Ranking belohnen. Es gibt zahlreiche technische Voraussetzungen, die zunächst gegeben sein müssen. Doch wenn die stimmen, dann machen Aufbau und Gestaltung der Seitentexte den feinen, aber entscheidenden Unterschied.

    Vom simplen Keywordstuffing hin zum komplexen Algorithmus

    Suchmaschinen wie Google entwickeln sich ständig weiter und beurteilen Webseiten zunehmend differenziert und nach einem komplexen Kriterienkatalog. Heutzutage reicht es also längst nicht mehr aus, ein bestimmtes Keyword (SEO-Texte … hust) möglichst häufig im Text unterzubringen, damit man bei Google auf der ersten Ergebnisseite auftaucht. Dies kann im Gegenteil sogar schaden und wird abgestraft. Darüber hinaus bieten Texte dieser Art oft keinen wirklichen Mehrwert und sind alles andere als angenehm zu lesen.

    Umso erfreulicher also, dass die Netzstrategen einen guten Überblick über die zahlreichen Faktoren vermittelt haben, auf die es ankommen kann, und darüber hinaus viele gute Praxistipps parat hatten:

    • Wie man passende, aktuell gefragte Keywords findet, auswählt und angemessen einsetzt
    • Wie man Suchmaschinenbeschreibungen (SERPs) ansprechend und Google-konform formuliert
    • Wie man sinnvolle Verlinkungen setzt und die eigene Seite lokal und überregional vernetzt
    • Welche Faktoren ganz allgemein beim Thema Aufbau und Gestaltung eine wichtige Rolle spielen, um überzeugende und leserfreundliche SEO-Texte zu fabrizieren
    • Nicht zu vergessen: Die zunehmende Wichtigkeit der Beschaffenheit von Bildbeschreibungen sowie einer Optimierung der Texte für mobile Endgeräte
    SEO-Text
    Quelle: Pixabay.com

    SEO-Texte versus kreatives und korrektes Schreiben?

    In meinen Augen einer DER Knackpunkte beim Thema SEO-Texte ist die schwierige Frage, inwieweit man Kompromisse finden kann und eingehen muss. Authentische und einzigartige Texte sind wichtig, um sich von der Masse abzuheben. Das beginnt schon mit der Überschrift. Doch natürlich sollen auch die Nutzer die Seite und passende Informationen möglichst leicht finden. Das bedeutet: Bei allem Enthusiasmus für extravagante Wortspiele, raffinierte Neuschöpfungen und eine abwechslungsreiche Wortwahl darf man die nüchternen Keywords nicht aus den Augen verlieren. Eine Herausforderung!

    Ähnlich verhält es sich beim Thema Korrektheit: Nicht alles, wonach der Nutzer googelt, steht so tatsächlich auch im Duden oder enthält Fachbezeichnungen. Ein kleines Beispiel aus der Praxis: »Korrektorat« ist eine fachlich passende Beschreibung für meine Tätigkeit, doch gesucht wird mindestens 5x so häufig nach dem Stichwort »Korrekturlesen«. Weswegen ich dieses natürlich bevorzugt einsetze …

    Fazit: SEO-Texte sind kein Hexenwerk – aber es stecken eine Menge Überlegungen dahinter

    Insgesamt war es ein sehr anregender Tag mit vielen interessanten Menschen, praxisnahen Informationen aus erster Hand und, ja, leckerem Orangensaft.

    Danke an die Netzstrategen, die City Initiative Karlsruhe und ganz besonders an Referentin Anna Gienger für den gelungenen Workshop!