Historiker – Highlight am Fuße der Alpillen: Die antiken Ruinen von Glanum

Wer an großflächig erhalten gebliebene antik-römische Stätten denkt, bei denen es noch richtig viel zu sehen gibt, landet vermutlich erst einmal bei Orten wie dem Forum Romanum, Pompeji, Ostia Antica, der Via Appia oder vielleicht noch den Kaiserthermen in Trier. In unserem ersten Provence-Urlaub haben wir einen Geheimtipp kennengelernt, der locker mithalten kann: Die antike Stätte Glanum bei St.-Rémy-de-Provence bietet Überreste einer alten Siedlung aus römischer und vorrömischer Zeit.

Auf den Spuren der römischen Antike: Unser Lieblingsziel im Herzen der Provence

Wer zum ersten Mal nach Glanum kommt, sollte viel Zeit einplanen: Das Areal ist weitläufig und kann komplett auf eigene Faust erkundet werden, bis in die letzten verborgenen Winkel am Fuß des Berghanges. Ratsam ist außerdem eine schützende Kopfbedeckung bei entsprechendem Wetter, da es nicht allzu viel Schatten gibt. Mittlerweile haben wir Glanum bereits zum dritten Mal einen Besuch abgestattet. Und immer noch finden wir neue Details und entdecken, auf der Jagd nach den schönsten Motiven, Artefakte, die wir noch nie vor der Linse hatten.

Unsere Zeitreise beginnt immer gleich, auf dem staubigen, aber großzügig bemessenen Parkplatz, der in unmittelbarer Nachbarschaft zu den sogenannten »Antiques« angelegt wurde: Einem 18 Meter hohen Mausoleum (ca. 40 v. Chr.) und dem alles überragenden Triumphbogen aus der späten Regierungszeit des Augustus. Wenn man aus dem Staunen erfolgreich herausgekommen ist, überquert man die Straße und läuft noch ein kleines Stück weiter stadtauswärts, vorbei an Olivenhainen, bis zum Eingang der Stätte Glanum, die in der Talmulde liegt.

Kelten, Römer und Hellenen: Über die wechselvolle Geschichte von Glanum

Die, laut offiziellem Flyer, »bedeutendste Ausgrabungsstätte der Gallia Narbonensis«, hat bewegte Zeiten hinter sich. 

Triumphbogen und Mausoleum waren lange bekannt, doch erste Hinweise auf die Stadt fand man erst im 17. und 18. Jahrhundert. Systematische Ausgrabungen derselben fanden dann sogar erst ab dem Jahr 1921 statt. Zu diesem Zeitpunkt war Glanum bereits lange aufgegeben: Es wurde von seinen Bewohnern um ca. 260 n. Chr. verlassen, nach dem Einfall der Alemannen.

Die Besiedlungsgeschichte des Ortes beginnt bereits mit den Kelten ab dem 7./6. Jahrhundert v. Chr. Im Laufe des 3. Jahrhunderts vor Christus machte sich dann der hellenistische Einfluss bemerkbar bevor die Stadt unter Augustus im 1. Jhd. V. Chr. zur römischen Kolonie wurde. Aus allen Epochen finden sich gut erhaltene Überreste und Bauwerke. 

Was gibt es in Glanum zu entdecken? 

Eine ganze Menge! Glanum hat weit mehr zu bieten als nur ein paar kniehohe Mauerreste. Ganze Wohnviertel wurden ausgegraben, mit Überresten von Säulen und Innenhöfen. Teile der Kanalisation und der römischen Thermen finden sich hier. Außerdem ein hellenistischer Marktplatz, korinthische Tempel und ein romanisches Forum, dessen Säulen ein Blickfang des Areals sind. Nicht zu vergessen auch die heilige Quelle, zu der man hinabsteigen kann.

Unser Fazit: Immer eine Reise wert! Und zum Abschluss, wenn alle voller Eindrücke sind und die Füße nicht mehr weitertragen wollen, lohnt sich ein Picknick im Schatten der Olivenbäume oder eine Einkehr für Snacks und kalte Getränke am »buvette de Glanum«, mit Blick auf die Ausgrabungsstätte.Weitere Informationen für den Besuch wie Öffnungszeiten und Eintrittspreise findet ihr auf der offiziellen Seite zu Glanum

Historiker – Highlight am Fuße der Alpillen: Die antiken Ruinen von Glanum
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