Kategorie: Junge Lesewelt

  • Rezension: Das war doch keine Absicht!

    In drei Worten: Entschuldigen mal anders
    Das war doch keine Absicht, Jörg Mühle

    Der Bär und das Wiesel sind zurück!

    Wie haben wir uns gefreut, als wir den neuen Band aus Jörge Mühles Bär-und-Wiesel-Reihe entdeckt haben! Und wurden nicht enttäuscht – die Wortgefechte, die sich die beiden liefern, sorgen erneut für jede Menge Erzählspaß und vergnügliche Lesemomente.

    Doch von Anfang an: Es ist Winter und unsere beiden Freunde haben alle Hände voll zu tun, den Schnee beiseitezuräumen. Dabei trifft der Bär das Wiesel mit einer kräftigen Ladung. Ein Versehen, oder …? Das aufbrausende Wiesel ist zutiefst empört und verlangt nach einer Entschuldigung. Und schon befinden sich beide mitten in einer deftig geführten Diskussion, die mal wieder vollkommen aus dem Ruder läuft …

    Niemand streitet so schön wie Jörg Mühles Kultcharaktere

    »Aber das hat doch gar nicht weh getan.« – »Das kannst du nicht wissen.« Keiner von beiden gibt nach, und als das Wiesel schließlich seine Entschuldigung bekommt, fällt die ganz anders aus, als erwartet! Am Ende können aber alle wieder lachen – bis auf den Fuchs, der mit seinem Auftauchen wie gewohnt für einen Wendepunkt sorgt.

    Jörg Mühle schafft es in dieser Bilderbuchgeschichte erneut, das für Kinder so schwierige Thema des sich Entschuldigens amüsant aufzubereiten. Für lebendiges Vorlesen bietet der hitzige Schlagabtausch, gepaart mit den herrlichen Illustrationen, die beste Grundlage, die man sich wünschen kann. Und das hallt nach bis in den Alltag: Noch heute brummelt das eine oder andere Familienmitglied wahlweise ein tiefes »Ach ja? Pardon(g)!« oder intoniert ein wieselig-genervtes »Sorry!«, wenn mal wieder eine Entschuldigung gefragt ist. Nicht immer ideal, aber immerhin ein Anfang … 

    Fazit: Eine urkomische winterliche Bildergeschichte, die deutlich macht, dass Streiten und gemeinsam Lachen oft gar nicht so weit auseinander liegen.

    Rund ums Buch:

    »Das war doch keine Absicht« ist bereits die dritte Geschichte aus dem Moritz Verlag über das unschlagbare Duo Bär und Wiesel. Mit »Zwei für mich, einer für dich« erschuf Autor und Illustrator Jörg Mühle zwei unsterbliche Kinderbuch-Figuren, bei denen kein Auge trocken bleibt! 

    Das war doch keine Absicht! * Jörg Mühle * Moritz Verlag * 978-3-89565-487-9 * Oktober 2025 * 32 Seiten * Hardcover * ab 4 Jahren

  • Rezension: Erstes Lernen – Zahlen

    In drei Worten: Zahlen-Gymnastik für Anfänger
    Erstes Lernen: Zahlen, aus dem Dorling Kindersley Verlag

    Kindgerechte Anreize zum Zählen

    Wir besitzen bereits mehrere Bände aus der Reihe »Erstes Lernen« und die farbenfrohen Fotos machen immer wieder Lust, kreuz und quer durch die Seiten zu stöbern. Dabei sorgt das praktische Griffregister für eine leichte Handhabung, selbst für die Kleinsten. 

    Jede Doppelseite dieses Pappbilderbuches widmet sich intensiv einer Zahl: Von der Eins bis zur Zehn und, als Bonus, noch den Zahlen bis 20. Dabei gibt es jede Menge anregender Motive zum Zusammenzählen und die passenden Ziffern werden mit eingebracht. 

    Für Abwechslung und zusätzliche Lernanreize sorgen kleine Suchaufgaben. Die Zahlenseiten sind jeweils einem Themenbereich zuordenbar, an dem man weiter anknüpfen kann (zum Beispiel »Einkauf« oder »Kleidung«). Es gibt auch Ansätze in Richtung erstes Rechnen (9 Eiswaffeln, davon fünfmal Banane und viermal Erdbeere).

    Besonders toll finden wir die große Übungsseite am Ende, wo es viele verschiedene Dinge in unterschiedlichen Mengen zu zählen gibt. Hier merkt man schnell, wie gut das schon klappt und was das Kind in der Zwischenzeit gelernt hat.

    Die Welt der Zahlen Schritt für Schritt kennenlernen

    Wir lieben die bunte, alltagsnahe Fotoauswahl, die ein Kennzeichen der gesamten Buchreihe ist. Und schätzen die hohe Langlebigkeit der Bände, von denen viele noch von Kind eins stammen. Laut Verlag richtet sich der Titel an Kinder ab einem Jahr. Für den Wortschatzaufbau passt das, für das Thema Zählen sehe ich es eher ab zwei Jahren als realistisch und sinnvoll an.

    Das Buch wächst mit und begleitet kleine Zahlenfans bei der Erweiterung ihrer Kenntnisse. Erst ist es eher praktisch für den Spracherwerb und das Erlernen von Alltagsbegriffen. Dann starten die Kinder mit dem Zählen und lernen nebenbei auch die jeweiligen Ziffern kennen. Schließlich werden die Mengen und Zahlen immer größer, bis wir schließlich bei zwanzig Bienen angelangt sind, die über die Wiese schwirren – und wo man sich beim Zählen schon richtig arg konzentrieren muss, wenn man nicht durcheinander kommen will. An der Stelle kann ich bestätigen, dass auch Vierjährige noch von dem Band profitieren. 

    Fazit: Ein Band, der lange Freude bereitet und Kinder ab circa 2 Jahren mit viel Abwechslung an die Themen Zählen und Rechnen heranführt. 

    Rund ums Buch:

    Die Reihe »Erstes Lernen« aus dem Dorling Kindersley Verlag fördert Babys und Kleinkinder ab 12 Monaten in der Sprachentwicklung. Charakteristisch für die Bilderbücher sind die farbenfrohen Fotos mitten aus der Lebenswelt, die vielfältige Anreize zum Gespräch bieten. Mittlerweile gibt es die Bücher zu verschiedensten Sachthemen, von Farben und Fahrzeugen bis hin zu Jahreszeiten, Tieren oder dem eigenen Zuhause.

    Erstes Lernen: Zahlen * Dorling Kindersley Verlag * 978-3-8310-4873-1 * Februar 2024 * 28 Seiten * Pappbilderbuch * ab 1 Jahr

  • Rezension: Die Streithörnchen

    In drei Worten: Eine irrwitzige Verfolgungsjagd
    Die Streithörnchen, Rachel Bright und Jim Field

    Alles für den letzten Zapfen im Jahr!

    Leichtfuß Lenni genießt lieber das Leben, als sich um seine Wintervorräte zu kümmern. Doch irgendwann muss auch das sorgloseste Eichhörnchen den Tatsachen ins Auge blicken – im Schrank herrscht gähnende Leere! Da erspäht Lenni einen einsamen Zapfen am Baum. Aber er ist nicht der Einzige, der ein Auge auf den verführerischen Leckerbissen geworfen hat.

    Auch »Bin-bereit«-Finn ist hinter den köstlichen Samen her. Zwar platzt seine Vorratskammer bereits aus allen Nähten, aber DEN einen Zapfen muss er unbedingt noch haben! Der Startschuss zu einer wilden Jagd ist gefallen, die nur ein Ziel kennt …

    Wenn zwei sich streiten …

    Rachel Brights Bilderbücher gehören zu den beliebtesten Trophäen in unserem Bücherregal – und »Die Streithörnchen« verteidigt unangefochten Platz eins. Die Handlung ist einfach nachvollziehbar, in eingängigen Reimen erzählt, und der Grundkonflikt bleibt lebensnah: Welches Kind hat sich noch nicht um ein begehrtes Spielzeug oder den größeren Anteil am Nachtisch gestritten? Hinzu kommen die humorvollen Illustrationen, die an den richtigen Stellen Spannung und Tempo in die Erzählung hineinbringen und die Emotionen der Streitenden greifbar machen.

    Unterwegs wartet so manch eine Überraschung auf die beiden Krawallhörnchen, die nur noch den Zapfen vor Augen haben. Wer genau hinschaut, kann sehen, wie sie größerem Unheil nur um Haaresbreite von der Schippe (oder Klippe) springen. Den endgültigen Wendepunkt der Verfolgungsjagd lieben meine Kinder jedes Mal aufs Neue! Am Ende reift die Erkenntnis, wie unnötig die ganze Aufregung war. Teilen und gemeinsam feiern ist deutlich entspannter! Auch, wenn ich zu gerne gewusst hätte, ob Lenni die Sache im nächsten Winter anders angeht …  

    Fazit: Ein temporeiches Bilderbuch über zwei Streithörnchen, die mit dem Kopf durch die Wand wollen – und sich dann doch im selben Boot wiederfinden.

    Rund ums Buch:

    Autorin Rachel Bright und Illustrator Jim Field bilden ein unschlagbares Team! »Die Streithörnchen« ist bereits die dritte erfolgreiche Zusammenarbeit für eine viel gelobte Bilderbuchserie, die im Magellan Verlag erscheint. Was mit »Der Löwe in dir« begonnen hat, ist längst zu einer Kultreihe avanciert, die aktuell 8 Bände zählt. 

    Die Streithörnchen * Rachel Bright * Magellan Verlag * 978-3-7348-2042-7 * Juli 2018 * 32 Seiten * Bilderbuch * ab 3 Jahren

  • Rezension: Mama Bruce

    In drei Worten: Bärenstarkes Bilderbuch 2
    Mama Bruce von Ryan T. Higgins

    Wenn der feine Leckerbissen plötzlich Beine kriegt

    Der brummige Bär Bruce hasst kleine niedliche Tier und schätzt auch sonst nichts mehr als seine Ruhe. Seine einzige Leidenschaft: die kulinarisch anspruchsvolle Küche! Als ihm ein Rezept für hartgekochte Gänseeier mit Honig-Lachs-Soße in die Pfoten fällt, kann er einfach nicht anders und besorgt sich gleich ein paar frische Bio-Eier aus dem Nest von Mama Gans.

    Doch als er vom Feuerholz holen zurückkehrt, muss er feststellen, dass die Eier verschwunden sind. Stattdessen schaut er in mehrere Paar großer runder Gänseaugen. Nicht genug, dass ihm die leckere Mahlzeit entgeht – die Gänse sind überzeugt, dass Bruce ihre einzig wahre Mama sein muss! Und so verfolgen sie den notorischen Griesgram fortan auf Schritt und Tritt …

    Anrührend komisch: Ein eigenbrötlerischer Bär wird zur Gänsemama wider Willen

    Langsam reift sogar bei Bruce die Erkenntnis: die hilflosen Dinger wird er so leicht nicht mehr los. Also fügt er sich seinem Schicksal und spielt mit herrlich genervtem Blick die Ersatzmama. Für große und kleine Leser ist es ein diebisches Vergnügen zu sehen, wie sich der notorisch schlecht gelaunte Bär mit den unbeeindruckten Gänseküken herumplagt. Doch so schwer er sich auch damit tut: Im Grunde trägt er doch ein weiches Herz unter seinem dicken Bärenfell. Mama sein ist ganz schön anstrengend! Und doch möchte selbst ein Brummbär seine Schützlinge zu guter Letzt gar nicht wieder hergeben.

    Fazit: Eine versöhnliche Botschaft und eine herrlich komisch illustrierte Geschichte für kleine Vorlesefreunde ab vier Jahren.  

    Rund ums Buch:

    Autor und Illustrator Ryan T. Higgins hatte mit diesem Bilderbuch seinen großen Durchbruch in den USA. Der Windy Verlag sorgte dafür, dass wir das kleine Meisterwerk nun auch auf Deutsch genießen können. Und auch die Fortsetzung lohnt sich wieder: Hotel Bruce steht für euch bereit!

    Mama Bruce * Ryan T. Higgins * Windy Verlag * 978-3-948417-28-4 * 40 Seiten * Bilderbuch * ab 4 Jahren


  • Rezension: Sachen suchen: Frohe Ostern

    In drei Worten: Wimmelspaß im Mitnehm-Format
    Sachen suchen: Frohe Ostern

    Ostereiersuche einmal anders

    Rund um das Osterfest haben die fleißigen Hasen, aber auch die Kindergartenkinder, richtig viel zu tun: Eiersammeln im Hühnerstall, Backen und Basteln, Eier bemalen und verstecken … Wenn es dann soweit ist, gehen alle auf die Suche nach den bunten Nestern – und die Hasen genießen ihren wohlverdienten Feierabend …

    Auf 11 Doppelseiten gibt es jede Menge zu entdecken, von (ei)friger Ostervorbereitung in der Kita bis hin zum Suchabenteuer im Stadtpark. Wo versteckt sich das rotkarierte Ei und wer findet die kleine Maus zwischen den Küken? Kleine Adleraugen-Besitzer:innen ab zwei Jahren haben lange Freude an den kniffligen Suchaufgaben – und lernen ganz nebenbei viele neue Worte.

    Das perfekte Mitbringsel für mehr Abwechslung im Osternest!

    „Sachen suchen“ im Auto, beim Kinderarzt oder wenn Papa in der Küche steht

    Die Reihe „Sachen suchen“ bietet mittlerweile zu fast jedem Thema wunderschöne Wimmelbilder im praktischen Format. Die Bücher passen in jede Handtasche und sind für kleine Kinderhände ideal geeignet: Stabile Pappseiten machen die Reihe nahezu unkaputtbar und die Bände sind auch in aufgeklappten Zustand von Kleinkindern prima zu handhaben. Unser Junior kann Stunden damit verbringen, sich die vielen niedlichen Details immer wieder anzuschauen. Eine Suchleiste und kurze Texte bieten zusätzliche Abwechslung. Dieses Wimmelbuch lädt dazu ein, gemeinsam auf Entdeckungstour zu gehen, kann erschöpften Eltern aber auch genauso gut ein paar ruhige Minuten zum Durchschnaufen garantieren!  

    Fazit: Ein altersgerechter Wimmelspaß, der noch weit über die Ostertage hinaus immer wieder Freude bereitet!


    Rund ums Buch:

    In der Reihe „Sachen suchen“ sind kunterbunte Wimmelbücher zu allen Themen erschienen, die Kinderherzen höherschlagen lassen: Von E wie Einsatzfahrzeuge bis T wie Tiere im Wald.

    Sabine Cuno * Sachen suchen: Frohe Ostern * Ravensburger Verlag GmbH * 978-3-473-43393-3 * Januar 2013 * 24 Seiten * Pappbilderbuch * ab 2 Jahren

  • Rezension: Mein bester Freund, der Bär

    In drei Worten: Bärenstarkes Bilderbuch 1
    Mein bester Freund, der Bär, von Vane Kosturanov

    Ein wunderschöne Geschichte über das Großwerden

    Ein Mädchen und ihr knuddeliger Teddybär: Vane Kosturanov erzählt in traumhaften Bildern die Geschichte einer berührenden Freundschaft, zwischen die kein Blatt passt. Gemeinsam entdecken und erobern sie die Welt im Sturm: Sie flitzen mit dem Fahrrad durch die Gegend, tauchen ab – auf den Meeresgrund oder in die Tiefen des Bücheruniversums – und träumen von Reisen zur Sonne und den funkelnden Sternen. Bär ist immer an ihrer Seite, auch wenn sie krank ist oder mal Trost braucht. Doch aus dem kleinen wird irgendwann ein großes Mädchen. Neue Freunde treten auf den Plan. Wird sie ihren treuen Begleiter jetzt einfach vergessen?

    Die erste und wichtigste Freundschaft im Leben

    Jeder von uns hat doch dieses eine Kuscheltier, das er eines Tages irgendwo auf einem Dachboden oder in einer längst vergessenen Kiste wiederfindet … „Mein bester Freund, der Bär“ erzählt von dieser besonderen Beziehung. Die Illustrationen, die Vane Kosturanvo zu diesem Buch geschaffen hat, sorgen für eine geradzu magische Atmosphäre beim Vorlesen. Sie zeigen die Welt durch Kinderaugen, fantasievoll, farbenfroh und mit dem Blick für das Wesentliche. Sie geben der kindlichen Vorstellungskraft Raum und fangen zauberhafte Momente des Alltags ein, die man als Erwachsener in dieser Form nur noch selten wahrnimmt.

    Fazit: Eine Geschichte, die zu Tränen rührt, und wundersame Illustrationen, die in Erinnerung bleiben: „Mein bester Freund“ ist ein Bilderbuch, das einfach nur zu Herzen geht und lange dort verweilt!


    Rund ums Buch:

    Die magische Welt rund um den kuscheligen Bären und „sein“ Mädchen wurde vom mazedonischen Künstler Vane Kosturanov erschaffen, der beschlossen hat, niemals erwachsen zu werden. Für den Mixtvision Verlag durfte ich die Schlusskorrektur dieses kleinen Wunderwerks übernehmen.

    Mein bester Freund, der Bär * Vane Kosturanov * Mixtvision Verlag * 978-3-95854-190-0 * August 2022 * 32 Seiten * Bilderbuch * ab 3 Jahren

  • Rezension: Das Bremen Wimmelbuch

    In drei Worten: Authentisches Bremer Flair
    Das Bremen Wimmelbuch, Valeska Scholz

    Wimmelaction in der Weserstadt

    Bremen, wie es leibt und lebt: Illustratorin Valeska Scholz kennt sich aus mit der Stadt an der Weser und ihren Bewohnern. Dieses geniale Wimmelbuch profitiert von ihrer exzellenten Beobachtungsgabe und bringt uns ganz nah dran an Herz und Seele dieser einzigartigen Metropole.

    Vom Marktplatz über die Schlachte bis hin zur Überseestadt fängt sie zentrale Orte ein, die jeder echte Bremer kennt und regelmäßig aufsucht. Wir tauchen ein in das geschäftige Treiben rund um den Roland, schnuppern Kirmesluft auf dem „Freimarkt“, zählen süße Tierbabys im Bürgerpark oder Fahrradfahrer am Weserstrand.

    Lustige und skurrile Szenen aus dem Bremer Alltag

    Die „Lütten“ Selma und Lenni sowie ihr Hund Büdel begleiten junge Wimmelfans ab 2 kreuz und quer durch die ganze Stadt. Jeder Ort im Buch ist nicht nur unverkennbar bis ins letzte Detail dargestellt. Alle Schauplätze werden lebendig durch die unzähligen kleinen Szenen, die sich dort abspielen: ein Hund beklaut den Würstchen-Verkäufer in der Überseestadt, ein Junge jagt Enten im Bürgerpark und die unverzichtbaren Werder-Fans ziehen gut gelaunt am Weserstrand entlang. Wer in der Stadt zu Hause ist, kommt nicht umhin zu sagen: Das kommt mir doch alles äußerst bekannt vor!

    Fazit: Eine vergnügliche Entdeckungsreise für jeden, der Bremen kennt und liebt!


    Rund ums Buch:

    Valeska Scholz studierte, lebt und arbeitet in der schönen Hansestadt und hat bereits mehrere Bücher für den dort ansässigen Carl Schünemann Verlag illustriert.

    Valeska Scholz * Das Bremen Wimmelbuch * Carl Ed. Schünemann * 978-3-7961-1115-0 * Januar 2021 * 16 Seiten * Pappbilderbuch * ab 2 Jahren

  • Rezension: Als Papas Haare Ferien machten

    In drei Worten: Eine haarige Sache
    Als Papas Haare Ferien machten, Jörg Mühle

    Wenn Haare fliegen lernen …

    »Eines Tages hatten Papas Haare einfach keine Lust mehr …« Was für ein Schock: Da schweben sie plötzlich mitten durch das Badezimmer! Aber sooo leicht gibt Papa natürlich nicht auf: Bewaffnet mit Kescher und Staubsauger jagt er die Abtrünnigen kreuz und quer durch die ganze Stadt, nicht ohne ein wildes Chaos zu hinterlassen. Im Zoo verliert sich die Spur. Zwischen all den Haarträgern funktioniert hier die Tarnung einfach viel zu gut. Papa ist ganz schön verzweifelt. Wird er jetzt für immer kahl bleiben? Dann kommt plötzlich Post, aus Haargentinien und Singhaarpur …

    Man sieht sich immer zweimal – ein vergnüglicher Spaß für junge Leser:innen

    Der Witz steckt im Detail, denn wir als Leser sind tatsächlich mit gefragt auf der Jagd. Sind das jetzt endlich die vermaledeiten Haare – oder doch bloß die Straßenmarkierung? Die minimalistischen Illustrationen von Jörg Mühle sind wie geschaffen für ein Verwirrspiel der besonderen Art und bieten ganz viel extra Unterhaltung zur herrlich komischen Geschichte. Da sucht man doch sprichwörtlich nach dem letzten Haar in der Suppe … Die Texte sind kurz und einfach gehalten und motivieren zum Mit- und Selberlesen. Ganz nebenbei wird mit dem Wasserkreislauf noch erstes Sachwissen verpackt. Eine runde Sache!

    Fazit: »Als Papas Haare Ferien machten« garantiert viele spaßige Momente, regt die Fantasie an und vermittelt die beruhigende Botschaft, dass nichts für immer verloren sein muss. Eine uneingeschränkte Empfehlung für alle Leseanfänger:innen, die sich an erste Buchprojekte heranwagen wollen.

    Rund ums Buch:

    Jörg Mühle ist preisgekrönter Illustrator und hat neben vielen weiteren Auszeichnungen bereits den Deutschen Jugendliteraturpreis für »Viele Grüße, Deine Giraffe« erhalten. Nominiert war er auch für »Zwei für mich, einer für dich«.

    Jörg Mühle * Als Papas Haare Ferien machten * Moritz Verlag * 978-3-89565-427-5 * Februar 2022 * 72 Seiten * Hardcover * ab 7 Jahren

  • Rezension: Alice im Wunderland (Valeria Docampo)

    In drei Worten: Klassiker in taufrisch

    Alice im Wunderland, Valeria Docampo

    Eine Alice für die nächste Generation

    Über den Inhalt des berühmten Kinderbuchklassikers aus der Feder von Lewis Carroll müssen wohl keine weiteren Worte verloren werden: Die Abenteuer der kleinen Alice im Wunderland, die Edamer Katze, der verrückte Hutmacher oder die Herzkönigin sind jedem Literatur- und Fantasyliebhaber ein Begriff. Die große Frage lautet vielmehr: Nach all den Editionen, die seit 1865 auf den Markt gekommen sind – warum sollte man sich nun eine Neuausgabe anschaffen? Ganz einfach: Weil es sich lohnt!

    Das Wunderland im Rausch der Farben

    Illustratorin Valeria Docampo gelingt es, »ihre« Alice in modernem Gewand zu zeigen, als Mädchen von nebenan, das die Herzen der Kinder (und Erwachsenen!) im Sturm erobern dürfte. Dabei meint »modern« keineswegs, dass Zauber und Magie keinen Platz finden. Ganz im Gegenteil: Die stimmungsgeladenen Bilder leuchten in unvergleichlichen Farben und verbreiten mal romantisch-märchenhaftes Flair, mal jagen sie einem kleine Schauer über den Rücken. Die großformatige Schmuckausgabe mit Leineneinband ist fast schon zu schade fürs Kinderzimmer. Aber gemeinsam anschauen, staunen und träumen verbindet ja schließlich am meisten. 🙂


    Fazit: Ungekürztes Lesevergnügen, atemberaubende Illustrationen: Mit ihrer Neuausgabe hat Valeria Docampo dem weltberühmten Klassiker neues Leben eingehaucht. Und die Magie lebt weiter …

    Rund ums Buch:

    Für den Mixtvision Verlag hat Valeria Docampo bereits weitere Werke und Klassiker der Weltliteratur illustriert. In ihr Portfolio gehören unter anderem »Der kleine Prinz« und »Die große Wörterfabrik«.

    Lewis Carroll/Valeria Docampo (Illustr.) * Alice im Wunderland * Mixtvision * 978-3-95854-176-4 * August 2021 * 124 Seiten * Hardcover mit Leinenrücken

  • Rezension: Nette Skelette

    In drei Worten: Faszinierende Einblicke - wortwörtlich!


    Nette Skelette, Arie van't Riet und Jan Paul Schutten

    Wie viele Beine hat der Tausendfüßler wirklich? Warum haben Aale keine Flossen? Und ist die Wühlmaus tatsächlich eine richtige Maus?

    Antworten auf diese und viele weitere Fragen liefert das Kindersachbuch »Nette Skelette«. Im Zentrum aber stehen die großformatigen Röntgenbilder. Fische, Insekten, Vögel, Amphibien, Reptilien und Säugetiere – vom Seepferdchen bis hin zum Reh ist so ziemlich alles dabei. Die Aufnahmen zeigen altbekannte und nicht ganz so bekannte Tiere von einer ganz neuen Seite und bieten, im wahrsten Sinne des Wortes, erstaunliche Einblicke in das oft nahezu filigrane Innenleben unserer Fauna.

    Jahrelang hat der Physiker und Fotograf Arie van’t Riet unermüdlich Tiere zusammengesucht und sie unter das Röntgengerät gelegt. Verstorbene Haustiere, auf der Straße überfahrene Exemplare, Insekten von der Wiese, Fische vom Fischhändler … Mit viel Geduld und Fantasie hat er sie für die Kamera arrangiert, oft gemeinsam mit den dazu passenden Pflanzen. Herausgekommen sind wahre Kunstwerke, zumeist in schwarz-weiß, manchmal jedoch auch akzentuiert mit leuchtenden Farbtupfern.

    Die Tiere werden jeweils auf einer Doppelseite vorgestellt. Schon die Überschriften (»Witz- und Spühlmäuse«) machen neugierig auf die Texte von Jan Paul Schutten. Und so bekommt man neben den großartigen Bildern auch noch, kindgerecht verpackt, spannende Fakten aus der Tierwelt präsentiert. Auch für mich war so manche Tatsache durchaus neu. Dabei erschlägt einen »Nette Skelette« nicht förmlich mit geballtem Wissen, sondern erweckt stattdessen die Faszination für die Schönheit unserer Natur. Das macht Lust auf mehr!


    Fazit: Echte Röntgenkunst trifft auf charmant erzählte Fakten über die Tierwelt vor unserer Haustür.

    Rund ums Buch:

    »Nette Skelette« ist im Münchener Mixtvision Verlag erschienen und wird empfohlen für Kinder ab 8 Jahren.

    Arie van’t Riet & Jan Paul Schutten * Nette Skelette * Mixtvision Verlag * 978-3-95854-158-0 * Juli 2020 * 128 Seiten * Hardcover